19.04.2018 - JG8 - Wäre ich ein Vogel, ich flöge überall hin

SchülerInnen der Henriette-Breymann-Gesamtschule radeln bis nach Amsterdam

Herausforderungen stellen uns vor Aufgaben, die wir nicht gewohnt sind. Sie verlangen von uns, Dinge zu tun, die wir vielleicht noch nie getan haben. Wir müssen neue Wege gehen, andere Lösungen finden, unsere Komfortzone verlassen und Neues wagen.

Einer ganz besonderen Herausforderung stellten sich in den vergangenen zwei Wochen 17 Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs der Henriette-Breymann-Gesamtschule. Ihre Aufgabe war es, mit dem Fahrrad eine Strecke von zunächst 480km bis in die niederländische Metropole Amsterdam zu bewältigen. Diese musste jedoch von den Kindern zunächst geplant werden. Eine Route musste her, dazu Tagesetappenziele und Unterkünfte. Zudem waren die AchtklässlerInnen aufgefordert, sich selbst in den jeweiligen Zielen zu versorgen. Auch das notwendige Gepäck musste von jedem selbst auf dem Fahrrad transportiert werden.

Nach Monaten der Vorbereitung ging es am vorvergangenen Mittwoch endlich los. Voll bepackt mit Satteltaschen, Rucksäcken und allerlei Werkzeug startete der KUS „Herausforderung“, ein AG-ähnliches Angebot an der Henriette-Breymann-Gesamtschule, Richtung Amsterdam. Natürlich wurde die Herausforderung zunächst einmal eine körperliche. Jeden Tag 50 bis 60 km radelnd zurückzulegen strapazierte den Körper und vor allem das Gesäß. Wind, Regen und kühle Temperaturen erschwerten die Fahrt und führten recht schnell an körperliche Grenzen, die es zu überwinden galt. Dies meisterten die Schülerinnen und Schüler mit Bravour. An den letzten beiden Tagen wurden sogar Strecken von über 80 km absolviert.

Zur physischen Herausforderung kam jedoch auch eine psychische. Fernab vom eigenen Elternhaus galt es für Jeden, seinen Platz in der Gruppe zu finden. Dies war wichtig während der Fahrt, um möglichst sicher und mit allen gemeinsam das jeweilige Etappenziel zu erreichen. Es war aber noch wichtiger, nach der Ankunft am jeweiligen Zielort. Es musste eingekauft und gekocht werden. Duschen und Schlafplätze wurden geteilt und viel Zeit auf kleinem Raum gemeinsam verbracht. Für viele der TeilnehmerInnen war die lange und intensive Phase in einer Gruppe der härteste Kampf, den es zu bestehen galt.

Doch neben all den Anstrengungen und Strapazen kam auch der Spaß nicht zu kurz. Es wurde gelacht, gescherzt und neue Freundschaften entstanden. Eine Herausforderung schweißt eben auch zusammen.

Und so fuhren die 17 Schülerinnen und Schüler nach 8 Tagen und 510km auf dem Rad stolz und glücklich in Amsterdam ein, wo dann ein ganzer freier Tag für die Erkundung der Stadt als Belohnung wartete. Sicherlich wird Einigen erst in den nächsten Tagen und Wochen klar werden, welch große Herausforderung sie gemeistert, welch Hindernisse sie überwunden und was sie für sich selbst erreicht haben. Manch einem sind in diesen 10 Tagen Flügel gewachsen. Wer weiß, wohin sie uns noch tragen.

 

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